Rolf Bormuth

sie liebt nicht, sie liebt?

Die Frage, so häufig gestellt,

so schwer ist sie zu beantworten,

Gedanken kreisen wirr umher,

Schlaumeier hauen neunmal kluge Ratschläge an den Kopf:

 

„Wenn sie deine Rosen sofort ins Wasser stellt,

wenn sie auch dich einmal fragt, wie es dir geht,

wenn sie sich bei deinen Anrufen riesig freut

wenn sie bei unerwartetem Erscheinen nicht ins Stottern gerät“

 

Die Frage, so häufig gestellt,

so schwer zu beantworten,

wann kann Gewißheit sein,

„sie liebt dich, sie liebt dich aufrichtig und von ganzem Herzen?“

 

Manche Menschen erfahren es nie,

manche Menschen wissen es selbst nicht

manche Menschen sind ein Rätsel

für sich und für andere

 

doch was bleibt,

es ist die Frage:

„liebt sie,

liebt er?“

 

Dann geht auf eine große Wiese,

werft mit Löwenzahn und mit Gänseblümchen,

laßt die Fetzen fliegen und rauft die Haare,

streckt Euch die Zunge heraus und gewährt Euren Gefühlen freien Lauf

 

die Frage, es könnte sein,

sie wird jetzt  klipp und klar,

alle Hände vor dem Mund, sie schwinden nun,

ausgesprochen wird’s ganz frank und frei, alles sprudelt heraus

 

Jetzt ist der Moment

ein Moment, da die Vorhänge fallen,

jetzt ist Gewißheit, jetzt weißt du was der andere wirklich denkt,

jetzt, vielleicht jetzt, man streckt sich noch einmal die Zunge heraus,

dann kann es sein, man tut’s noch auf dem Misthaufen auf der Wiese,

fällt sich in die Arme und sagt:

„Du Narr, ich liebe Dich, nur ich wußte es nicht,

jetzt weiß ich’s“

 

Drum seid lieb zu dem Misthaufen,

scheut die Auseinandersetzung nicht,

denn nur wer redet bekommt Antworten,

dann schmeckt auch der Kuß ohne Fragezeichen,

die Händchen und der Blick, sie werden nie wieder vom anderen weichen.

Alle sprechen von Weisheit, wie schön wär’s diese auch zu haben. Keiner weiß, wie leicht es geht, sie zu erlangen, einzig man muß seine Sturheit in einen Schrank sperren und ihn versenken in ein tiefes Meer. Denn stets sollten wir wissen: Ein Mensch der vorgibt alles zu wissen, dem sagt niemand etwas, er bleibt arm und einsam. Ich will nicht arm und einsam sein, ich geb’s zu, nicht alles zu wissen, darum sperre ich meine Ohren auf und höre zu was Du sagst. Herzliche Grüße, RolfRolf Bormuth, Anmerkung zum Gedicht

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