Detlef Heublein

Im Fußballfieber

 
 
Ganz Deutschland ist im Fußballfieber
und ich sitz hier vor meiner Kiste
mein Blick wird dabei immer trüber,
weil doch was andres kommen müsste.

Doch welchen Sender ich auch wähle,
der Ball rollt durch das Fernsehbild.
Dabei hab ich so viel Kanäle,
die Fernbedienung drück ich wild.

Da jagen sie nun diesen Ball,
wenn sie ihn haben schaun sie bloß
und fragen sich in jedem Fall:
Wie werde ich den wieder los.

Angeblich fallen Tore viele,
dabei stehn dort nur zwei am Feld.
Doch falln sie nicht um in diesem Spiele
oder sind blitzschnell wieder aufgestellt.

In die Ecke muß ein Spieler,
wenn der Gegner Fehler macht.
Mußt’ in die Ecke man als Schüler
hat die Klasse drüber gelacht.

Und dann noch diese Abseitsfalle,
wenn einer ganz alleine vorn steht
und fragt: Wo bleiben die denn alle,
wenn mit dem Ball er weitergeht.

Dann gibt es auch noch diese Karten,
du hast die Wahl zwischen gelb und rot.
Du brauchst nur selten drauf zu warten.
Es gibt sogar auch Spielverbot.

Wir Menschen haben verschiedne Interessen,
doch ist das Fernsehen sehr starr.
Die Sender kannst du glatt vergessen,
bist du durchaus kein Fußballnarr.
 
 
© D. Heublein
 
2004

Heute mal wieder ein älteres "Werk", was natürlich stark übertrieben ist - aber ich denke, daß selbst eingefleischte Fußballfans darüber wenigstens schmunzeln können ;-)Detlef Heublein, Anmerkung zum Gedicht

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