Norbert Wittke

Von den Freuden Beamter zu sein



Als ich zum 1. April 1963 als Beamter zunächst in der Ausbildung als Fianzanwärter angefangen habe, hatte ich noch so etwas wie Vertrauen in unseren Staat und die Einhaltung seiner gegebenen Zusagen. Aber im Verlaufe der Jahre im Dienst und danach musste ich feststellen, dass diese Vorstellung rein utopisch war.

Ich musste erfahren, dass man vom Beamten die Einhaltung seines Beamteneides erwartete, sich selbst aber an keinerlei Versprechungen gebunden fühlte. Ich muss hier mal ausführen, dass nicht die Beamten schuld sind an den hohen Personalkosten, sondern die Politik in allen Bereichen hier Missmanagement getrieben hat. Die hohen Personalkosten sind darauf zurück zu führen, dass bei den Beamten die für ihre Versorgung vorgesehen Rücklagen, nicht zurück gelegt worden sind sondern im Grunde unterschlagen worden sind. Diese Gelder wurden einfach in Haushalten untergebuttert. Dadurch wurden vermeidbare Zuwächse bei den Personalkosten herbei geführt.

Oft wurde ich neidisch angesprochen, welche großen Vorteile ich als Beamter habe. Ich habe dann diesen Leuten zu verstehen gegeben, dass jeder die Möglichkeit gehabt hat, sich auf Beamtenstellen zu bewerben. Aber Voraussetzungen waren in jedem Falle gute Zeugnisse und das Bestehen der Prüfungen in den einzelnen Beamtenlaufbahnen.

In den letzten Jahren sind die Beamten insgesamt immer wieder hintenan gestellt worden, wenn es um Lohnanpassungen ging. Das haben auch die Pensionäre gemerkt, denn die Kaufkraft wurde von Jahr zu Jahr geringer. Betroffen von der Entwicklung sind natürlich auch die vielen Rentner, die der Staat außen vor gelassen hat.

Lange könnte ich die Vorteile und Nachteile zwischen den Beamten und der übrigen Bevölkerung aufzählen. Aber mir geht es hier zunächst um den sogenannten großen Vorteil auf Beihilfen zu Arzt- und Behandlungskosten. Mir persönlich wäre es lieber, wenn es die nicht gäbe, der Staat dafür aber mit seinem Anteil entsprechend in Krankenkassen einzahlt. Denn ein beihilfebrechtigter Beamter, muss bei Arzneien und den meisten Behandlungskosten in Vorleistung treten und hoffen, dass er in angemessener Zeit seine ausgelegten Gelder von den Beihilfebehörden zurück bekommt.

Mein vergangener Krankenaufenthalt ist Ursache, dass ich darauf hinweise. Meine Frau und ich geraten schon in Panik, wenn wir nur an eine größere Behandlung oder einen Krankenhausaufenthalt denken. Für meine Behandlung im Krankenhaus (Campus in Bad Neustadt) bekam ich eine Rechnung über 4.682 €, die inerhalb von 14 Tagen beglichen werden musste, der Krankentransport von 700 € war innerhalb von 10 Tagen fällig. Wer nun meint, dass die für die Beihilfe zuständigen Behörde dieses Geld übernimmt, sieht sich im Irrtum. Dort wird die Bearbeitung verschleppt. Die für mich zuständige Beihilfekasse in Köln, bearbeitet heute erst Anträge auf Beihilfe von Anfang November. Da das Krankenhaus und das DRK nicht warten, muss ich in Vorleistung treten und mir das Geld irgendwie besorgen und auf eine Erstattung hoffen. . Die Beihilfekasse hat z.B. einen Beihilfeantrag von mir über rd. 1.800 € vom 1. Dez. 2016 bis heute nicht bearbeitet. Aufgrund meiner Mahnung, hat man mir Almosen in Höhe von 300 € als Vorschuss angeboten, aber nicht erklärt, wann der Antrag endlich bearbeitet wird. Diese Dienststelle des Landschaftsverbandes Köln wirbt dabei noch, dass sie in NRW und RLP für andere Behörden die Beihilfeberechnungen übernehmen will, obwohl sie noch nicht einmal ihre eigenen Anträge erledigen kann. Ich habe Dienstaufsichtsbeschwerde eingelegt, die aber wahrscheinlich, weil wir wohl in keiner Demokratie mehr leben, nicht zur Kenntnis genommen wird.

Leider sind die ganzen Behörden von den Parteien unterwandert worden durch eigene Parteimitglieder, die außer dem Parteibuch nichts aufzuweisen haben, geschweige denn dass Kenntnisse vorhanden sind. So werden überall Beamte mit gerechnet, die keine Ausbildungen haben und die Berufung nur ihrer Partei verdanken. So rutschen wir ab in eine Mehrparteiendiktatur. ab.


17.01.2017                            Norbert Wittke

 

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