Heinz-Walter Hoetter

Die wahren Gründe des Ukraine-Konfliktes

 

Der Konflikt in der Ukraine hat schon eine lange Vorgeschichte. Das weiß doch jeder, der sich mit der Weltpolitik profund beschäftigt. So manche dümmliche Kommentare, die man in den Medien finden kann, zeigen mir mehr als deutlich, dass die meisten gar keine Ahnung von dem haben, was eigentlich Sache ist.

Nun, an der Oberfläche scheint der Konflikt in der Ukraine ein Konflikt zwischen dem Westen und Russland bzw. der Russischen Föderation zu sein. Die USA und die EU wollten die Ukraine bzw. möchte die Ukraine (immer noch) in die EU und in die NATO aufnehmen.

Russland möchte das nicht, weil es seine Sicherheit gefährdet sieht. Was man ja auch verstehen kann, wenn man sich z. B. vor Augen hält, die Russen würden in Mexiko Raketen stationieren und dort eine militärische Infrastruktur aufbauen. Die USA würden das in keinem Fall hinnehmen (siehe z. B. die Kuba-Krise seinerzeit).

Doch alles, was ich hier bisher geschrieben habe, ist nur die halbe Wahrheit. Um die ganze Wahrheit zu erfassen, muss in die Vergangenheit zurückgeblickt werden und vor allem genauer hinter die Logik des nuklearen Abschreckungssystem während der Blockkonfrontation geschaut werden.

Der Kern dieses Abschreckungssystems beruhte bekanntlicherweise auf gegenseitiger nuklearer Vernichtung. Rein äußerlich hat dieses Abschreckungssystem zwar einen Nuklearkrieg verhindert, jedoch in der Tat gleichzeitig auch die jeweils innerhalb beider Blöcke nach dem 2. Weltkrieg entstandenen ökonomischen, politischen und militärischen Abhängigkeiten von der jeweiligen Hegemonialmacht zementiert.

Das war und ist eine klare Tatsache.

Wer das nicht verstehen kann oder will, sollte sich mit voreiligen und unsachlichen Kommentaren zu diesem Thema zurückhalten. Geistige Tiefflieger gibt es schon genug.

De facto waren die westlichen Staaten (auch Japan) militärische Protektorate der USA, die sich nach dem 2. Weltkrieg zur Weltmacht aufgespielt haben, was man auch daran erkennen kann, dass sie überall dominierend waren und immer noch sind, wie z. B. die Einnahme von sensiblen Posten bei der Weltbank, der WTO und vor allen Dingen des Internationalen Währungsfonds (IWF). So haben die USA es auch geschafft, umfangreiche US-Dollar als Reservewährung im Rahmen des Bretton-Woods-System, und damit den US-Dollar, als Weltgeld zu festigen. Alles musste sich diesem Dollarsystem unterwerfen, das auf dem amerikanischen Oilregime und der Versorgung mit saudischem Öl basiert.

So haben sich die Saudis in einem Geheimabkommen seinerzeit verpflichtet, ihre gesamten Rohstoffe nur in US-Dollar zu verkaufen, um die steigende Nachfrage nach dem Dollar auch nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-System zu sichern. Es gab Versuche, den Euro durch amerikanische Hedgefonds zu schwächen. Dann folgten die Beteiligung der Europäer an den zu überweigendem Teil völkerrechtswidrigen Hegemonialkriegen im Balkan, in Afghanistan, im Irak, Libyen und im syrischen Bürgerkrieg, sowie die Aufheizung des Nuklearkonfliktes mit dem Iran und die subversive Unterstützung der USA und der EU in der Ukraine durch Aufbau einer militärischen Infrastruktur gegen Russland. Diese von der Öffentlichkeit meist unbemerkt ablaufenden Vorgänge haben den Konflikt in der Ukranie erst zu dem werden lassen, was er heute ist. Die ukrainische Bevölkerung wird sprichwörtlich für die Machtinteressen der USA "verheizt".

Russland musste reagieren, weil die NATO mittlerweile bis an die Grenzen Russlands vorgeschoben worden ist. Das Verhalten der USA haben durch die Einkreisung Russlands diesen Konflikt geschürt, der erst angefangen hat und weltweite Dimensionen annehmen wird, da Russland sich das auf Dauer nicht gefallen lassen kann, dass die USA sich als der Hegemon der Welt generiert, dem sich jeder unterordnen muss.

China steht überdies auf der Seite Russlands, wie viele andere Staaten auf diesem Planeten ebenfalls. Im Übrigen sind die massiven Sanktionen gegen Russland ein Schuss nach hinten geworden, denn die Hauptleidtragenden der Zuspitzung des Ukraine-Konfliktes sind nämlich nicht die USA, sondern die verblödeten Europäer.

Die Grenzen der amerikanischen Zumutungen sind daher aus meiner Sicht schon längst erreicht. Wir, die Europäer müssen endlich mit der Arschkriecherei und dem damit zusammenhängenden Selbstbetrug aufhören und der aggressiven USA das auch klar und offen sagen.

Die Amerikaner interessieren sich auch gar nicht um Demokratie, Freiheit und Menschenrechte. Es geht den Machthabern in Washington nur um pure Macht und die Erweiterung und Festigung ihrer Weltmachtstellung. DAS ist der wahre Grund, warum sie Waffen und militärische Ausrüstung an die Ukraine liefern und so den Konflikt nur noch schlimmer werden lassen.

Es ist Russland, welches die USA schwächen und treffen wollen, was aber nicht gelingen wird, denn es gibt Kräfte, die sich bereits formiert haben, um den USA in ihre Schranken zu weisen.

Ich gebe zu, dass daraus auch ein atomar geführter Krieg werden könnte, denn Russland hat über 8000 Nuklarwaffen, die eingesetzt werden könnten, was Russland auch tun würde, wenn das Staatsgebiet Russlands bzw. der Russischen Föderation von den USA bzw. dem Westen, angegriffen wird. Danach wird es keine Sieger geben und die Welt, wie wir sie kennen, für immer ins unvorstellbare Elend führen.

(c)Heinz-Walter Hoetter (Autor)

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